31. März bis 22. April 2023
Die 3-teilige Ausstellungsreihe „On the Horizon“ präsentiert vier junge Künstler*innen Remco REIJENGA (NL), Elisabetta MINISCHETTI (IT), Ga Ram KIM (KO) und Di YANG (CHN). Mit dem Titel möchte die Reihe ein in die Nähe gerücktes Zukunftsbild zum Thema machen. Das Wort Horizont steht für Blickfeld im figurativen Sinne und Gesichtskreis in der Seemannssprache. Am Ufer erscheint der Horizont starr. Wir bemerken erst, dass das Blickfeld sich geändert hat, wenn wir uns auf den Horizont hinbewegen. Als Grundlage dienen Themen wie wachsende Stadtlandschaft und Natur, Popkultur und Netzkultur, die unter anderen die heutige Gesellschaft maßgeblich prägen.
„In unserem Bewusstsein datieren sie erst seit dem Tag, seit der Minute, da sie uns sichtbar geworden sind.“ – “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" von Marcel Proust –
Die erste Ausstellung von Remco REIJENGA, Elisabetta MINISCHETTI ist vielleicht auf diesen Satz aus dem Roman von Marcel Proust zurückzuführen: In ihren Arbeiten stellen sie die Frage, ob die Sensibilisierung der Sicht unsere Wahrnehmung der Natur beeinflussen kann.
Mit der Fotoserie „Unterwegs“ bringt Remco Reijenga den Betrachter die Vegetation in seiner städtischen Umgebung nahe: Es kann ein gepflegter Heckenball sein, der in seiner monströsen Dimension die Sicht der Bewohner erschreckt oder ärgert. Es kann ein aufgeschichteter Komposthaufen in seinem kleinen Garten sein. Die zufällige Sicht hat der Künstler mit einer Taschenlampe in der Nacht aufgehellt und fotografiert.
Die gebürtige Mailänderin Elisabetta Minischetti hatte Aufenthalte in Metropolen wie Mexico City und London hinter sich, bevor sie begann bei Professorin Rebecca Waren und Rosemarie Trockel an der Kunstakademie Düsseldorf zu studieren. Seit 2020 lebt sie auf dem Land in der Nähe von Hannover. In ihren frühen Papierarbeiten arbeitete Elisabetta Minischetti mit Tomatensauce. In einer neuen Zeichnungsserie, die in der Ausstellung gezeigt wird, nimmt die Künstlerin Wildpflanzen und Kräuter akribisch im Detail auf. Auf den ersten Blick denkt man an botanische Zeichnungen. Die Wunder der Natur werden mit Fragen nach der Dimension der Zeit verbunden.