Zwei Königskinder auf der Flucht. Sie lehnen ab, was die Welt für sie geplant hat. »Was wollen Sie von mir? Mich auf meinen Beruf vorbereiten?«
Leonce will kein König werden, auch kein Wissenschaftler, Held oder Künstler – und auf keinen Fall ein nützliches Mitglied der Gesellschaft: »Mein Leben gähnt mich an, wie ein großer weißer Bogen Papier, den ich vollschreiben soll, aber ich bringe keinen Buchstaben heraus.« Auch Lena will selbst bestimmen, flieht im Brautschmuck vor der arrangierten Ehe, dem unbekannten Bräutigam: »Warum schlägt man einen Nagel durch zwei Hände, die sich nicht suchten?« Und ein alter König will nicht mehr und kann nichts mehr. Er ist in der größten Verwirrung und würde nichts lieber tun, als die Macht abgeben, seine Verantwortung für ein Volk übergeben, an das er sich (trotz Knoten im Taschentuch) einfach nicht mehr erinnern kann. Die Geschichte von Leonce und Lena ist schnell zu Ende erzählt: Auf der Flucht begegnen und verlieben sich die eigenwilligen Königskinder, kehren maskiert heim und werden anstelle des unauffindbaren Paares als Automaten getraut. Als die Masken fallen, müssen sie erkennen, dass sich das Vorgesehene erfüllt hat: »Das war die Flucht in das Paradies. Ich bin betrogen.« (Quelle: Düsseldorfer Schauspielhaus)